Aus der Geschichte der Saaldorfer Feuerwehr

 

Das Feuerlöschwesen war in alter Zeit kaum organisiert. Meist waren die Bürger hilflos der Gewalt des Feuers ausgeliefert. Man sorgte sich zwar überall um Wasserstellen, Wassergefäße und geeignete Werkzeuge, konnte damit allein die Brände aber kaum erfolgreich bekämpfen. Hilfe leisteten meist nur die Nachbarn oder bei größeren Bränden die Bewohner benachbarter Orte. Wurde der Brandherd nicht frühzeitig entdeckt, so blieben alle Bemühungen ohne Löscherfolg, zumal die Häuser damals noch aus Holz und sehr eng zusammengebaut waren.

Die Gemeinden, die nach dem Anschluss des Rupertiwinkels an Bayern ab 1818 gebildet wurden, hatten auch die Aufgabe der Brandbekämpfung. Über eine gemeindliche Feuerspritze wird erstmals 1830 berichtet, als der Waldhauserbauer Nikolaus Schindler den Zehentstadel für 500 Gulden erwirbt. Es heißt hier: „Die Schindler machen sich verbindlich, in diesem Stadel auf ewige Zeiten die der Gemeinde Saaldorf angehörige Feuerspritze unentgeltlich verwahren zu lassen.“

1845    ist erstmals eine Aufstellung über die Gerätschaften vorhanden:

          1 fahrbare Feuerspritze                                Wert 400 fl (Gulden)

          2 tragbare Feuerspritzen                                          8 fl

         40 Feuereimer                                                         40 fl

         18 Feuerhaken                                                        27 fl

          2 Feuerleitern                                                         2 fl

 

1846 erläßt die Gemeinde auf Anordnung des Bezirksamts eine „Feuerordnung“, die aber wegen der weit auseinanderliegenden Ortschaften in der 26 qkm großen Gemeinde keine genauen Anweisungen geben kann.

 

1855 wird eine Pflichtfeuerwehr gegründet, wobei alle Männer vom 18. bis zum 59. Lebensjahr zum Feuerdienst verpflichtet waren, bei Bedarf auch „alle anderen Mannspersonen und ledigen Frauenpersonen zum Wassertragen und dergleichen“. Ziel der Pflichtfeuerwehr ist es, durch jährlich vier Übungen die Bürger zum richtigen Verhalten bei Bränden und zum Spritzendienst auszubilden.

 

1860 erhält Saaldorf ein eigenes Spritzenhaus bei der Schule (gegenüber dem heutigen Feuerwehr-Gerätehaus), dieses Gebäude wurde 1975 abgebrochen.

 

1874    Obgleich man versucht, für die bestehende Pflichtfeuerwehr möglichst genaue Anweisungen zu geben, hapert es im Ernstfall immer wieder angenügend ausgebildetem Personal. Deshalb entschließen sich beherzte Saaldorfer zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Saaldorf. Treibende Kraft ist  vor allem Josef Kern, Bäckerbauer in Saaldorf, der Vorstand, Kassier und Hornist wird. Alois Schindler, Maurermeister in Saaldorf (heutiges Haus Schwellstr. 1) wird 1. Hauptmann,  Johann Geisler (Straußengütler in Saaldorf) wird Zeugwart. Zur neuen Wehr melden sich 44 Freiwillige.

Daneben bleibt aber die Pflichtfeuerwehr noch bis in das 20. Jahrhundert bestehen, mit z.T. über 100 Pflichtigen, die sich hauptsächlich aus den oft wechselnden Dienstboten zusammensetzt.

In den folgenden Jahren ist durch Initiative der Freiwilligen Feuerwehr eine wesentliche Verbesserung des Brandschutzes in der gesamten Gemeinde zu beobachten:

 

1877 Leustetten erhält ebenfalls ein Feuerwehrhaus zum Preis von 599 Mark.

 

 (Nach Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde der Gulden abgeschafft, 1 Gulden = 1,72 Mark)

 

1878 Anschaffung einer Löschmaschine (Saug- und Druckspritze) für Leustetten. Steinbrünning ist bereits im Besitz von 2 tragbaren Handspritzen.

 

1879 Auch die Abtsdorfer erhalten ihre eigene Löschmaschine.

 

1891 Die Freiwillige Feuerwehr ist dank des Kommandanten Franz Schindler (Waldhauser) vollständig uniformiert.

 

1903 Saaldorf erhält wieder eine neue verbesserte Löschmaschine und 1905 eine kleinere für 900 Mark

 

1905 Leustetten und Abtsdorf bekommen eine neue Löschmaschine.

 

1913 Seine kgl. Hoheit Prinz Alfons in Bayern besucht die Gemeinde Saaldorf   und besichtigt dabei auch die Einrichtung der Freiwilligen Feuerwehr.

 

1916 Obwohl 110 Männer bei der Wehr eingeschrieben sind, können wegen des 1.Weltkriegs nur 29 Wehrdienstbefreite Ältere den Dienst versehen.

 

1925 50-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe

 

1927 Erstmals wird eine Motorspritze TS 6 angeschafft, die allerdings noch von Pferden gezogen wird. Die Zahl der Aktiven steigt auf 97!

 

1946 Mit Vinzenz Stöger, Wirnstlsohn in Sillersdorf, beginnt ein neues Kapitel   der Saaldorfer Feuerwehr: Er beschafft auf Eigeninitiative einen LKW und baut ihn zum Löschfahrzeug mit TS 8 und TS 16 aus. Auch der Aufbau einer  Karosserie 1956 und Einbau eines Tanks 1960 erfolgt in Eigenleistung. Da es sich um kein genormtes Fahrzeug handelt, gibt es keine Zuschüsse, die Materialkosten übernimmt die Gemeinde. Der Feuerwehrwagen wandert vom zu klein gewordenen Spritzenhaus nach Sillersdorf, wo Vinzenz Stöger bei seinem Haus eine LKW-Garage anbaut.

 

 

Damit wird der Schwerpunkt der gemeindlichen Feuerwehr auf lange Jahre nach Sillersdorf verlagert. Fast jeder wehrtaugliche Sillersdorfer ist begeistertes Mitglied der Feuerwehr, auch nach dem plötzlichen Tod des 44-jährigen „Wirnstl-Zenz“ 1968. Daneben erhält der Löschzug Abtsdorf einen Lieferwagen mit TS 8 zum Einsatz im nördlichen Gemeindegebiet.

 

 

1949 Die Freiwillige Feuerwehr feiert ihr 75-jähriges Gründungsfest.

 

1972 Saaldorf erhält unter Kommandant Stefan Moosleitner ein neues Löschfahrzeug LF 16 mit eingebautem Tank. Gleichzeitig mit der Fahrzeug-Übergabe wird das vorverlegte 100-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe abgehalten.

 

 

 

1978 Tod des langjährigen, erfolgreichen Kommandanten Stefan Moosleitner. Nachfolger wird Anton Auer aus Neusillersdorf.

 

1976-81 Einbau einer Funk-Ausrüstung, Beschaffung eines Notstromaggregats und Beschaffung „Schwerer Atemschutz“ für 12 Mann.

 

1983-85  Bau des neuen Feuerwehr-Gerätehauses neben dem Rathaus in Saaldorf. Die Freiwillige Feuerwehr hat sich gegenüber dem Gemeinderat zu Eigenleistungen verpflichtet und so sind die Mitglieder – allen voran die Verantwortlichen – in ihrer Freizeit unermüdlich auf der Baustelle anzutreffen.

 

 

 

1986 Übernahme des Löschfahrzeuges LF 8 leicht von der FF Surheim als Zweitfahrzeug

 

 

1989 wurde Rupert Wimmer zum 2. Kommandanten gewählt. Einführung der Stillen Alarmierung

 

1990  Beerdigung unseres langjährigen 2. Kommandanten Johann Zopf am 9.04.1990

 

1993 Unter Kommandant Anton Auer erhält die FF Saaldorf als Ersatz-Beschaffung für das alte LF 8 leicht das Löschfahrzeug LF 8/6.

 

1995-1998 In diesen Jahren wurde ein Faxgerät, Fotokopiergerät und ein Computer über den Verein angeschafft.

 

1999 Bei der Jahreshauptversammlung im März 1999 legte Anton Auer nach 21 Jahren Dienstzeit als 1.  Kommandant sein Amt nieder. Sein Nachfolger ist Georg Wallner

 

2000 125 Jähriges Gründungsfest mit Fahrzeugweihe des LF 8/6 THL. Dies ist das erste Fahrzeug in der Geschichte der Saalorfer Wehr welches mit hydraulischem Rettungsgerät ausgestattet ist.

 

2003 Neubeschaffung eines Mehrzweckfahrzeugs.

 

2007 Neubeschaffung eines Mehrzweckbootes.

 

2011 Bei der Kommandantenwahl lässt sich Georg Wallner nicht mehr aufstellen, sein Nachfolger ist Mathias Nutz .

 

2013 Bei den Neuwahlen der Vorstandschaft lässt sich Vinzenz Moosleitner nicht mehr zum ersten Vorstand aufstellen, sein Nachfolger ist Christian Wimmer. Vinzenz Moosleitner wird zweiter Vorstand.

 

2014 140 Jähriges Gründungsfest mit Fahnen- und Fahrzeugweihe des ersatzbeschaften HLF 20 für das 21 Jahre alte LF 8/6, welches an die Feuerwehr Neustadt an der Donau verkauft wird. Das im Jahre 2000 beschaffte LF 8/6 THL wird in Eigenleistung zu einem LF 8/6 mit einer TS 10-1000 umgebaut.

   
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