Jahreshauptversammlung 2017

 

Saaldorf. Im Juni brannte auf einem Saaldorfer Bauernhof das Wirtschaftsgebäude bis auf die Grundmauern nieder, Hochwasser war im Frühsommer von der Straße abzupumpen und zwei kleine Katzen hatten sich in die hohen Äste eines Baumes verirrt – die Freiwillige Feuerwehr Saaldorf hat mit 57 Einsätzen und rund 1.440 Stunden wieder ein vielseitiges und arbeitsreiches Jahr hinter sich, wie die Jahreshauptversammlung am Freitag Abend im Pfarrheim zeigte.

Vorstand Christian Wimmer begrüßte vor vollem Haus viele Kameraden, Jungfeuerwehrler und Ehrengäste, die der Feuerwehr alle Jahre ihre Aufwartung machen und damit auch die Wichtigkeit und Bedeutung dieser ehrenamtlichen Arbeit unterstreichen.

 Schriftführer Rupert Wimmer gab einen Überblick über die Vereinsaktivitäten im vergangenen Jahr, darunter Versammlungen, Ausflüge und die Teilnahme an Jubiläumsfeiern von befreundeten Nachbarwehren, zum Beispiel zum 150-jährigen Bestehen der Berchtesgadener Feuerwehr im Mai und der Teisendorfer im September sowie zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Wals-Siezenheim im Juni.

 Der gesellige Teil kam bei alldem nicht zu kurz, etwa mit der Teilnahme bei der Gemeindemeisterschaft im Luftgewehrschießen, dem Asphaltturnier beim EC Blau-Weiß-Schign oder beim Vereine-Watten in der Mehrzweckhalle. Weiter beteiligten sich die Saaldorfer Feuerwehrler an den kirchlichen Festen Fronleichnam, Erntedank und am Volkstrauertag.

 Der Mitgliederstand ist laut Wimmer bei 240, das sind 77 Aktive, 24 Jugendfeuerwehrler und 139 passive Mitglieder. Nach dem Kassenbericht von Thomas Schöberl entlastete die Versammlung Kassier und Vorstandschaft einstimmig, wie es die Kassenprüfer empfahlen.

 Der 1. Kommandant Matthias Nutz blickte auf das Einsatzgeschehen im Jahr 2016 zurück. Dabei handelte es sich um sieben Brandeinsätze mit 531 Stunden Arbeit, um 27 Einsätze Technische Hilfeleistung mit 543 Stunden – hier alleine zwölf bei Unwetter -, um 13 Sicherheitswachen mit 257 Stunden und zehn sonstige Einsätze mit 110 Stunden, zum Beispiel Straßenabsperrungen (74 Stunden).

 Einen maßgeblichen Anteil der Arbeit machten laut Bericht von Matthias Nutz im Jahr 2016 de Übungen aus. Insgesamt seien 48 Übungen mit circa 2.000 Stunden abgehalten worden. Hier sind Gruppenführer-Sitzungen sowie Atemschutz- und Jugendübungen nicht einmal enthalten.

 Eine größere Übung war laut Nutz in Kemating zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Weildorf. Da sei ausprobiert worden, wie lange es dauere, um das Löschwasser vom Löschteich über den Kematinger Berg nach oben zu bringen. Das Ergebnis: zwölf Minuten. Bootsübungen seien zwei auf dem Abtsdorfer See und drei auf der Salzach gemacht worden, auf dem See mit der Freiwilligen Feuerwehr Laufen und der Wasserwacht Laufen-Leobendorf.

 Derzeit befinden sich laut Nutz fünf Mann in Ausbildung. Die Atemschutztruppe umfasse 25 Mann (2017 kommen acht neue hinzu), diese hätten 21 Übungsabende abgehalten. Außerdem seien von Saaldorfer Feuerwehrlern Lehrgänge an den staatlichen Feuerwehrschulen Geretsried, Regensburg und Würzburg besucht worden. Nutz zählte unter anderem die Teilnahme an Zug- und Gruppenführerlehrgängen auf. Auch auf Kreisebene sind laut Bericht des Kommandaten Aus- und Fortbildungen absolviert worden, zum Beispiel für Führungshilfe und Bootsführerlehrgang.

 Zur Ausrüstung berichtete Nutz, dass im vergangenen Jahr die neuen Digitalfunkgeräte in den Fahrzeugen verbaut wurden, weiter kaufte sich die Saaldorfer Feuerwehr unter anderem drei Kohlenmonoxid-Melder und einen Gerätesatz Absturzsicherung. Im Jahr 2017 müsse der Bootsmotor erneuert werden, außerdem seien Schutzanzüge für die ganze Wehr in Planung und ein Mehrzweckfahrzeug stehe zur Ausschreibung an.

 Vor seinen ausführlichen Dankesworten ging Nutz noch auf den alljährlichen Besuch und Gegenbesuch der befreundeten Feuerwehr in Ungarn ein.

 Jugendwart Michael Wallner berichtete von einem Mitgliederstand bei der Jugendfeuerwehr von 16 Mitgliedern im Alter von 12 bis 16 und acht Mitgliedern im Alter von 16 bis 18 Jahren zum Jahresende. Antonia Huber und Virgil Kern seien im Jahr 2016 als Neuzugänge hinzugekommen, sechs Mitglieder sind in die aktive Wehr übergetreten.

 Im Jahr 2016 seien 80 Übungen mit circa 1.600 Unterrichtsstunden abgehalten worden. Bereits zum siebten Mal habe die Saaldorfer Jugendfeuerwehr Ende Juli einen Berufsfeuerwehrtag durchgeführt. Und beim Wissenstest der bayerischen Jugendfeuerwehren in Surheim zum Beispiel legten 18 Mitglieder aus Saaldorf erfolgreich die Prüfung ab.

 Hubert Auer wird laut Nutz die Ehrennadel in Bronze für 20-jährige Mitgliedschaft erhalten, Ludwig und Josef Rehrl wird eine Ehrung für 30-jährige Mitgliedschaft zuteil. Die drei waren an diesem Abend nicht anwesend.

 Kreisbrandrat Josef Kaltner und Bürgermeister Bernhard Kern ehrten dann Christian Schneider und Markus Wallner im Namen des Freistaates Bayern für 25 Jahre aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Saaldorf. Matthias Prechtl, der vor kurzem nach 18 Jahren als stellvertretender Kommandant sein Amt niedergelegt hatte, wurde unter anderem vom Kreisfeuerwehrverband mit dem Ehrenkreuz in silber ausgezeichnet.

 Per Handschlag ernannte Nutz folgende Neuzugänge beziehungsweise Übertritte aufgrund ihrer Volljährigkeit zur Feuerwehrfrau beziehungsweise zum Feuerwehrmann: Veronika Nutz, Vanessa Oswald, Valentina Teufl, Steffi Wolfgruber, Andreas Bauer, Markus Haas und Thomas Kitzer. Außerdem beförderte Nutz Konrad Stehböck und Christian Langwieder zum Löschmeister sowie Christian Wimmer zum Oberlöschmeister.

 Kreisbrandrat Josef Kaltner sprach in seinem Grußwort von einer „tollen Leistung” und „guten Arbeit” der Saaldorfer Feuerwehr. Für die 1.850 Feuerwehrleute seien dem Landkreis im vergangenen Jahr von der Regierung von Oberbayern 68 Lehrgänge zugeteilt worden. Noch einmal genausoviel hole man sich über eine Internetplattform. Kaltner sagte auch, dass der Einsatzdienst leistbar bleiben müsse, schließlich sei der Dienst bei der Feuerwehr freiwillig und ehrenamtlich.

 Das „Blaulichtmilieu” werde künftig noch enger zusammenarbeiten, Kaltner sprach namentlich die Polizei und das Einbinden von Feuerwehren auch bei Gefährdungslagen an. „Umstruktrierungen stehen an”, so Kaltner. Weiter sagte er, dass es sich mit 375 Jugendfeuerwehrlern im Landkreis derzeit um einen historischen Höchststand handle. Er regte an, Frauen und Seiteneinsteiger noch stärker zu bewerben, außerdem Doppelmitgliedschaften zuzulassen, um auch weiterhin ausreichende Mannschaftsstärken gewährleisten zu können.

Nach den Grußworten vom Surheimer Feuerwehrkommandanten Harald Langwieder, vom Kommandanten des Lamprechtshausener Patenvereins, Albert Sigl, von Erstem Polizeihauptkommissar Gerhard Huber, Leiter der Polizeiinspektion Freilassing und von Florian Graf für das Bayerische Rote Kreuz und die Wasserwacht ging Bürgermeister Bernhard Kern noch auf einige Punkte ein.

 Die Gemeinde sehe im Haushalt für die beiden Feuerwehren heuer 100.000 Euro vor. Die neue Schutzbekleidung werde nicht wie erhofft von Freistaat Bayern gefördert. Hier sieht Kern einen Finanzbedarf von 80 bis 160.000 Euro in den nächsten Jahren. Weitere 800 bis 900.000 Euro müsse die Gemeinde für neue Fahrzeuge der beiden Feuerwehren von 2019 bis 2022 bereithalten. Bei Hias Prechtl bedankte sich der Bürgermeister für sein 18-jähriges Engagement als zweiter Kommandant und überreichte ihm den Gemeindekrug und eine Urkunde. tw

 

 Kommentar?

 Danke kann man nicht oft genug sagen!

 Die Jahreshauptversammlung einer Freiwilligen Feuerwehr ist naturgemäß dicht angefüllt mit vielen wichtigen Berichten und Informationen. So eine Versammlung ist für die Feuerwehrfrauen und -männer eine der wenigen Gelegenheiten, öffentlich auf ihr umfangreiches und kompetentes Engagement hinzuweisen, das sie ehrenamtlich leisten. Öffentlicher Dank und Anerkennung sind für sie ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung und motivieren.

 So ist es nur natürlich und angemessen, dass auf der Jahreshauptversammlug jeder einzelne Redner sehr viele Dankesworte ausspricht, die einen Zeitungsartikel sprengen würden.

 Kreisbrandinspektion, Politik, Vereine, Polizei, befreundete Wehren – alle sagen Vegelt's Gott für die gute Arbeit, die gute Zusammenarbeit und das gute Gelingen der so wichtigen Arbeit der Feuerwehren. Sie sagen aber auch Danke bei jenen, die im Umfeld betroffen sind, also den Familien, die dieses Ehrenamt mittragen, bei den Firmen, die die Feuerwehrleute in den Einsatz lassen.

 Dank gilt umgekehrt auch der Gemeinde, Landrat und Kreisbrandinspektion, anderen Sicherheitsorganisationen, allen Unterstützern sowie Verantwortlichen und Mannschaften untereinander.

 Genauso wichtig sind die Wünsche an jeden einzelnen, dass er in Zukunft gesund und wohlbehalten von jedem Einsatz heimkehren möchte. Das ist keine Selbstverständlichkeit und dabei helfen eine gute Ausrüstung und professionelle Ausbildung. Das alles steht im Dienste der Allgemeinheit, wenn die Freiwillige Feuerwehr gebraucht wird – was hoffentlich ebenso wenig wie möglich vorkommt. Aber im Notfall steht sie parat gemäß dem Leitspruch: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!

 

Kommandant Matthias Nutz ernennt per Handschlag die neuen Feuerwehrfrauen und -männer.

 

 

Kommandant Matthias Nutz (rechts) ernannte per Handschlag die neuen Feuerwehrfrauen und -männer.

 

Kommandant Matthias Nutz (links) beförderte Konrad Stehböck und Christian Langwieder (Mitte) zum Löschmeister.

 

Vorstand Christian Wimmer (links) ist bei der Jahreshauptversammlung vom Kommandanten Matthias Nutz zum Oberlöschmeister befördert worden.

 

Kreisbrandrat Josef Kaltner (rechts), Bürgermeister Bernhard Kern (links) und 1. Kommandant Matthias Nutz (Mitte) überreichten Christian Schneider (zweiter von links) und Markus Wallner (zweiter von rechts) eine Urkunde des Freistaates Bayern für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst.

 

Kreisbrandrat Josef Kaltner (links) und Kreisbrandinspektor Leonhard Schaller (rechts) ehrten Hias Prechtl im Namen des Kreisfeuerwehrverbandes für seine 18-jährige Tätigkeit als zweiter Kommandant mit dem silbernen Ehrenkreuz.

 

Der Saaldorfer Feuerwehrvorstand Christian Wimmer (links) bedankte sich beim alten Kommandanten Gerhard Schleier vom Lamprechtshausener Patenverein für die langjährige gute und kameradschaftliche Zusammenarbeit.

 

Bürgermeister Bernhard Kern (rechts) überreichte Hias Prechtl den Ehrenkrug der Gemeinde für sein langjähriges „kommunales Engagement”.

 

Bilder und Text: Tanja Weichold

   
© 2016 Freiwillige Feuerwehr Saaldorf e.V.